Der Neodym

Der Neodym:YAG-Laser zählt neben dem CO2- und dem Argon-Laser zu den ältesten auf dem Markt befindlichen Lasersystemen, die medizinisch genutzt werden. Analog zum Erbium:YAG-Laser handelt es sich um einen Festkörperlaser, bestehend aus einem lasernden Halbleitermaterial (Neodym), welches in ein Metallgitter (Yttrium-Aluminium-Garnet) eingelagert ist. Die Wellenlänge liegt mit 1064 nm im nahen Infrarotbereich. Somit läßt sich die Laserenergie ohne größere Verluste über Glasfasern transmittieren. 

Eigenschaften 

Die Absorption an Weichteilgewebe sowohl als auch an homogene Flüssigkeiten ist gering und eher an unregelmäßigen Oberflächen, z.B. Erythrozytenmembranen im Blutstrom, ausgeprägt. Daraus erklären sich die guten Koagulationseigenschaften in der Tiefe des Gewebes. Einer der wesentlichen Nachteile des Lasers liegt in der relativ hohen Eindringtiefe in Weichteilgewebe bei der berührungsfreien Anwendung (sogenanntes Nicht-Kontakt-Verfahren), die den Einsatz in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde zunächst eingeschränkt hat. Erst im Lauf des letzten Jahrzehnts kam neben dem Kontaktverfahren, welches die Eindringtiefe auf die unmittelbar berührten Gewebsbezirke und dort auf ca. 1 mm beschränkte, zusätzlich die Möglichkeit der automatischen Leistungsregelung anhand der erzeugten thermischen Belastung als Regelgröße hinzu, so daß der Neodym:YAG-Laser unter diesen Bedingungen als ein universell einsetzbares und sicheres Lasersystem in unserem Fachgebiet gilt.